Posts Tagged ‘1. Fußball-Bundesliga’

Profifußball und der Lügenbaron- oder doch alles nur Taktik?

Montag, Februar 1st, 2010

Mal wieder wundert sich der Fußballfan, wie schnell und unverhofft die Wechselbörse im Profifußball einen Ab- bzw. Zugang melden kann. Erst gestern stellte ich erstaunt fest, dass es gerade beim von mir doch so bevorzugten VfB mal wieder einen der Altgedienten getroffen hat.

Hitzlsperger wechselt zum italienischen Traditionsclub Lazio Rom!

Nun ja, angesichts der mangelnden Einsatzzeiten beim VfB Stuttgart unter dem neuen Trainer Gross ist dieser Schritt sicher kein schlechter. Und angesichts der bevorstehenden Weltmeisterschaft in Südafrika auch durchaus nachvollziehbar.

Immer wieder erstaunlich ist jedoch das Konstrukt aus Lügen, Gerüchten und Halbwahrheiten, was im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung ausgebaut wird. Erst am vergangenen Mittwoch verkündete Hitzlsperger noch in der Stuttgarter Zeitung, dass ein Vereinswechsel nur die Notlösung wäre und er gerne beim VfB Stuttgart um einen Stammplatz kämpfen möchte. Gerade mal 4 Tage später befand er sich schon auf der Reise nach Rom um seinen Dienst anzutreten.

Da stellt sich die Frage, waren die Vertragsverhandlungen so schnell abgeschlossen, oder war hier nur das übliche Showgehabe vor einem Wechsel zu sehen?

Fazit:
Inzwischen gebe ich auf Loyalitätsbekundungen rein gar nichts mehr. Das Geschwätz von gestern interessiert morgen doch ohnehin keinen mehr.

Verfehlte Transferpolitik im Profifußball

Freitag, November 6th, 2009

Der übliche Samstagnachmittag, Bundesliga startet den neuen Spieltag und die Fans betrachten das Geschehen, entweder durch teuer erkaufte Eintrittstickets im Stadion, oder aber vor dem heimischen Fernseher.

 

Zwar mag es in der Vergangenheit schon des öfteren Diskussionen um Fehleinkäufe im Profifußball gegeben haben. Jedoch erscheint es in dieser Saison besonders fatal zu sein. Insbesondere die Stürmer fallen hier augenblicklich negativ auf.

 

Beispiele für eine verfehlte Transferpolitik gibt es zur Genüge, hier deshalb nur eine kleine Auswahl an Verfehlungen des Managements:

Bayern München

 

 

Hochgelobter Titelaspirant in der Vergangenheit, durch systematische Verstärkung Jahr für Jahr an vorderster Front der Tabelle. So kennt man den Verein, so hat man es in Erinnerung. Viele werfen diesem Verein vor, die Konkurrenz gezielt durch Abwerben von Potential zu schwächen.

Doch in diesem Jahr ist die sonst so hochgelobte Transferpolitik weit von den bisherigen Ansprüchen entfernt.

Bestes Beispiel hierfür scheint momentan die Verpflichtung von Stürmer Mario Gomez zu sein. Während er noch in Stuttgart für seine Treffsicherheit berühmt und berüchtigt war, scheint es hiermit vorbei zu sein, seit er das Trikot von Bayern München übergezogen hat.

Schuld wird insbesondere am geänderten Spielsystem gesucht, jedoch erscheint dies in Anbetracht der finanziellen Vergütung doch mehr als Ausrede. Vielmehr war Gomez in Stuttgart gewohnt, dass das System voll und ganz auf seine Spielweise ausgerichtet war, alle anderen Mitspieler suchten und fanden ihn durch gezielte Anspiele. Im System von van Gaal ist Gomez nun leider nur einer unter vielen und spätestens jetzt erscheinen die Erfolge der Vorjahre in einem anderen Licht.

Knapp zusammen gefasst lässt sich festhalten, dass die Leistung von Gomez in keinem Verhältnis zur offenbar gezahlten Ablösesumme steht.

 

VfB Stuttgart

 

Passend zum Thema Gomez lässt sich nun natürlich die Diskussion über die Verwendung der Millionensumme nicht vermeiden. Meine Wenigkeit musste einem Verkauf von Gomez wohlwollend zustimmen, da in einem  Jahr dieser ohnehin ablösefrei gegangen wäre. Warum also nicht noch einen warmen Geldsegen in Empfang  nehmen?

Doch was mit diesem Geld tatsächlich erzielt wurde, kann wohl kaum als wirtschaftliche Investition bezeichnet werden. Vielmehr wurde ein Sturmersatz verpflichtet, der bislang diese Bezeichnung nicht ansatzweise verdient hat. Zwar hat Pogrebnyak meist einen kämpferischen Auftritt aufs Parkett gelegt, jedoch wird ein Stürmer vor allem an seinen Toren gemessen. Hier fällt die Beurteilung nicht so wohlwollend aus. Mit gerade mal 2 Treffern in 11 Spielen hat reiht er sich gemeinsam in der Torschützenliste mit Spielern wie Manuel Friedrich und Maik Franz ein, die jedoch allesamt Abwehrspieler sind.

Auch hier kann wohl kaum von einem glücklichen Händchen in Sachen Transferpolitik im Profifußball gesprochen werden.

 

Hertha BSC

 

Auch erwähnenswert ist wohl die Transferpolitik von Hertha BSC Berlin. Nach dem Weggang von Pantelic scheint in Sachen Sturm dort absolute Flaute zu herrschen. Mit gerade mal 7 (!!!) Toren nach 11 Spielen und Platz 18 in der Tabelle, kann hier wohl kaum von einem funktionierenden Sturmgespann geredet werden. Eine Verpflichtung von Artur Wichniarek erscheint angesichts der Torausbeute von 0 (!) als erfolglos zu bezeichnen. Auch hier wurde kein adäquater Ersatz gefunden.

 

Somit bleibt festzuhalten, dass die diesjährige Transferpolitik in der Bundesliga besonders in Sachen Torjäger als zum Teil verfehlt bezeichnet werden kann. Dabei sind eben Tore nicht nur wichtig für den Verein, sondern Grund für Fans, sich Spiele überhaupt anzusehen.

Strafe für Dopingsünder – der Fußball und die Hexenjagd

Dienstag, Februar 24th, 2009

Wer hätte das gedacht, dass ich mal über einen Dopingskandal in der Fußballbundesliga berichten darf. Wider Erwarten wurde mein Weltbild in Sachen 1899 Hoffenheim gnadenlos ins Wanken gebracht.

Was musste ich mit großer Verwunderung die vergangenen Tage im Videotext meines heiß geliebten Flachbildfernsehers lesen?

„Dopingskandal in Hoffenheim“

Au weh, dachte ich mir. Das wird ein gefundenes Fressen für alle Hopp-Hasser und Hoffenheim-Neider werden. Schluss mit Spaßfußball, sind ja eh alle mit pushenden Medikamenten aufgezüchtet worden. Doch nicht die Glanzleistung eines Trainers und seines Betreuerstabs, sondern einzig und allein der medizinischen Abteilung.

Doch was soll ich sagen, die ganze Geschichte entwickelt sich zur Farce… Neider und Gegner von Hoffenheim zeigen ihre Solidarität, ein abstiegsbedrohter Club versucht seinen Profit daraus zu schlagen. Und immer mehr unbekannte und nichts desto trotz völlig unwichtige Pseudo-Experten melden sich zu Wort mit einer Rede an die Fußball-Nation.

Zeit für eine kurze Zusammenfassung:

Samstag, 07.02.2009 um ca. 17.15 Uhr in Mönchengladbach. Das Spiel endete nach einer dramatischen Schlussphase (und zugegebenerweise einem nicht regulären Tor in der Nachspielzeit) mit 1:1 Unentschieden.

Trainer Ralf Rangnik setzt unmittelbar nach Spielende eine kurze Mannschaftsbesprechung an, an der auf die Spieler Ibertsberger und Janker teilnehmen. Fatal, wie sich hinterher herausstellt, denn genau diese Spieler wurden in der Halbzeitpause als Kandidaten für die Dopingprobe ausgelost.

Nun denn, mit 10-minütiger Verspätung erscheinen die beiden Profis zur Kontrolle.

Genau diese Verspätung ist es nun, die für den knallharten Doping-Skandal in der Fußball-Bundesliga sorgt.

Doch STOP; Dopingskandal im Profifußball? Kann das denn wirklich Realität sein? Haben wir jetzt Zustände erreicht, die man sonst nur mit dem Radsport assoziiert?

Nein, so ist es nicht, denn schließlich sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass die Dopingproben negativ waren. Somit handelt es sich nicht um einen Doping-Skandal, sondern höchstenfalls um einen Verstoß gegen die Dopingrichtlinien.

Doch immer noch werden Schlüsse aus anderen Beispielsfällen gezogen, wo Fußball-Profis bis zu einem Jahr gesperrt wurden, weil sie zu spät zur Kontrolle erschienen sind.

Dass das Dopingreglement eine solch drakonische Strafe vorsieht kann sicherlich diskutiert werden. Dass eine negative Probe allerdings so dermaßen in den Hintergrund rückt, erinnert schon ein wenig an blinden Aktionismus, den man sonst nur aus Brüssel kennt (bestes Beispiel: Neigungswinkel der Banane).

Fußball-Bundesliga - Einnahmetabelle der Trikotwerbung

Sonntag, Februar 22nd, 2009

Wer selbst als Fußballtrainer oder Betreuer tätig ist, kennt das Problem. Für neue Trikotsätze müssen Sponsoren her, die im Gegenzug ihr Konterfei auf dem Spielerdress hinterlassen.

Grund genug, einmal hinter die Einnahmequellen der Bundesligisten zu schauen:

An erster Stelle steht hierbei unangefochten der FC Bayern München. Das Bayern Trikot steht immerhin für satte 20 Millionen Euro. Verglichen mit dem letzten dieser „Einnahmentabelle“, Energie Cottbus (gerade mal 1,3 Millionen Euro), liegen doch Welten dazwischen.

Zweiter dieser Tabelle ist überraschenderweise Wolfsburg mit dem Herz auf der Brust. Das aber wohl bemerkenswerteste an dieser Platzierung ist, dass der Hauptsponsor geschätzt 15 Millionen Euro dafür hin blättert, ohne dass das Logo (VW) auf der Brust erscheint.

Nicht zu verachten ist auch der fünfte Platz von Hertha BSC Berlin. Die alte Damen hat hier offenbar ihren Standort ausnutzen und mit jährlich geschätzten 10 Millionen Euro einen finanzstarken Partner gefunden.

Die Aufsteiger dieser Saison konnten entweder aufgrund der Tradition, oder aber aufgrund der besonderen Vereinsstruktur (1899 Hoffenheim) relativ gute Einnahmen aus Sponsoring erzielen. So erzielt der 1. FC Köln Einnahmen von 4 Millionen Euro, Gladbach kommt gar auf 4,5 Millionen Euro und der Überflieger der Saison Hoffenheim erzielt mit 2,8 Millionen Euro immer noch fast das Doppelte von Cottbus.

Diese Zahlen gehen allesamt jedoch auf Schätzungen zurück, da die Vereine zumeist keine Angaben über die tatsächlichen Werbeeinnahmen machen.

Sol lässt sich auf Wikipedia eine etwas andere Tabelle entnehmen, die zwar in der Tendenz dieselbe ist, jedoch andere Beträge aufweist:

Rang

Verein

Summe jährlich

1

FC Bayern München

25,0 Mio. Euro

2

FC Schalke 04

15,0 Mio. Euro

3

Borussia Dortmund

8,5 Mio. Euro

4

Hertha BSC

8,0 Mio. Euro

5

Werder Bremen

7,5 Mio. Euro

6

Bayer 04 Leverkusen

6,0 Mio. Euro

VfB Stuttgart

6,0 Mio. Euro

8

Hamburger SV

5,5 Mio. Euro

9

Eintracht Frankfurt

5,0 Mio. Euro

VfL Wolfsburg

5,0 Mio. Euro

11

Hannover 96

3,5 Mio. Euro

12

1. FC Köln

3,1 Mio. Euro

13

Borussia Mönchengladbach

2,5 Mio. Euro

14

TSG 1899 Hoffenheim

2,4 Mio. Euro

15

Arminia Bielefeld

2,2 Mio. Euro

16

VfL Bochum

2,0 Mio. Euro

Energie Cottbus

2,0 Mio. Euro

18

Karlsruher SC

1,8 Mio. Euro


Exkurs - Geschichte der Trikotwerbung:

Die erste Trikotwerbung geht auf Eintracht Braunschweig in der Saison 1972/1973 zurück. Damals sollte der Hirsch von Jägermeister die Brust der Spieler zieren, was aufgrund der DFB-Statuten jedoch verboten war. Um dies zu umgehen wurde kurzerhand das Wappentier von Löwe auf Hirsch geändert. Nach hinreichendem Druck von Seiten der Bundesligisten wurde im Jahr 1973 von Seiten des DFB die Trikotwerbung endgültig freigegeben.

Zitat des Tages - 16.02.2009

Montag, Februar 16th, 2009

„Bayern ist nicht mehr Titelfavorit“

 

Franz Beckenbauer im Hinblick auf den Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga und 2 Niederlagen aus 3 Spielen.

 

…manche Einsicht kommt spät…

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